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The show must blow on! Wenn das Saxofon
die Bass-line zum Tuba-Solo spielt ...
Vier Männer, viel Blech, ein bisschen Holz - und ein ganzes
Arsenal verschiedenster Percussion-Instrumente: Talking Horns erzählen
mit äußerst beredter musikalischer Diktion höchst
unterhaltsame Geschichten aus der Vergangenheit, der Gegenwart und
der Zukunft ihrer Musik. Für Puristen und Schubladen-Denker
unerhört: Kopf und Bauch werden gleichermaßen bedient
- und der "Durchschnittshörer" (wenn es ihn denn
überhaupt gibt) hat mindestens so viel Spaß dabei wie
der Jazz-Kenner, denn für Talking Horns ist der Jazz ganz einfach
eine für jeden direkt zugängliche, universelle musikalische
Sprache...
So reisen die vier Musiker denn auch virtuos vom Free Jazz nach
New Orleans und machen zwischendurch beim Swing oder beim Be Bop
Station -ganz ohne missionarische Verbissenheit,sondern souverän
und mit einer erfrischenden Portion Selbstironie. Das "grooved"
und "swingt" und "stompt" und manchmal "funkt"
es auch ganz gehörig. Messerscharfe Bläsersätze wechseln
mit lyrisch-introvertierten Passagen und Ausflüge in die Welt
südamerikanischer Rhythmen können schon mal in avantgardistische
Kammermusik münden.
Die große Faszination der Talking Horns liegt vor allem darin,dass
sie ihren fantasievollen musikalischen Mikrokosmos mit sparsamen
Mitteln entfalten:Keine Rhythmusgruppe, keine Elektronik,keine Verstärker.Die
extreme Vielfalt der Klänge und musikalischen Strukturen entsteht
durch die beeindruckende Virtuosität und die unbändige
Spielfreude mit der die Musiker das gesamte Klangspektrum ihrer
Instrumente entfalten.Durch permanenten Rollenwechsel (z.B.wenn
das Saxofon die Bass-line zum Tuba-Solo spielt) erreichen Talking
Horns eine solche orchestrale Dichte,dass man oft genug den Eindruck
gewinnt,da sei kein Quartett,sondern eine ganze Big Band am Werk...
Wie schön, dass es für gute Musik kein
Verfallsdatum gibt.
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Video
von "Autoputt"
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