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Stereo 9/05: 8 Armed Monkey
"Wer vom Akkordeon folkloristische Freuden oder gar Schifferklavierromantik erwartet, sollte beim Hören von '8 Armed Monkey' die Ohren festhalten - sonst fliegen sie weg. ... Gewiss keine Platte, die man sich jeden Tag anhören kann, aber fesselndes Futter für die Ohren.
Musik-Check: 4 Sterne
Hifi-Check: 4 Sterne
www.sound-and-image.de 8/05: 8 Armed Monkey
"Wer Pohjonens bisheriges Schaffen verfolgt hat, mußte sich irgendwann einmal fragen,
ob er den einschlagenen Weg, sich mit Avantgarde-Musik auf Akkordeon-Basis
über eine so lange Zeit immer wieder neu erfinden zu können, auf Dauer wirklich
durchhalten kann, ohne an Abnutzungserscheinungen zu leiden. Allen zum Trost:
Kimmo kann. Und sei es auch nur über den Trick, andere Schwergewichte des experiementellen
Musikgeschehens in seinen Kosmos miteinzubeziehen.
So hat auch diese Kiste wieder eine ganz eigene Aura und nimmt dennoch den altbekannten
Pohjoin’schen Faden immer wieder auf. 5 Tracks hat der achtarmige
Affe eingespielt und das bedeutet 7 bis 10 Minuten pro Track, genug Zeit also, sich
in den verschiedensten Richtungen auszutoben. Die ersten drei Tracks gehen auf
das kompositorische Konto von Pohjonen und Kosminen und sie führen das fort,
was sie in der Vergangenheit bereits erfolgreich und höchst bemerkenswert umgesetzt
haben, nämlich das Akkordeon mit Loops und Samples verfremdet, in geheimnisvolle
und psychedelisch anmutende Soundscapes aus wilden Rhythmen und
ambienten Schleierwölkchen einzubetten. Neu dabei ist, daß durch die Zusammenarbeit
von jetzt vier Personen alles noch kompakter und bandmäßiger klingt. Stark
nach einer King Crimson Versuchsreihe riecht es naturgemäß auf dem Gunn/-
Mastelotto-Track „Absinthe”, wo dem sich Pohjonen stark zurücknimmt und den
beiden fett daherrockenden Briten weitestgehend das Feld überläßt. Das abschließende
Crescendo gestaltet sich dann nocheinmal höchst dunkel und außerirdisch
mysteriös, ganz wie es sich für eine Zusammenarbeit von vier außergewöhnlichen
Musikern der Elektronik-Szene gehört. Trotz aller Experiemente bleibt dieses Album
aber erstaunlich gut hörbar."
Stereo 8/05: Uumen
Musik-Check: 4 Sterne
Hifi-Check: 4 Sterne FonoForum 7/05: Uumen
"Schnell finden die beiden rhythmische und melodische Muster, finden zu einer Musik, die sich einem größeren Publikum vermittelt. Sicher ist das auch düster und kühl, und allzu schnell wird man die Klischees des dunklen, alkoholgeschwängerten Finnland heraufbeschwören wollen, wäre da nicht die Ironie und Lebensfreude, die sich durch die Musik zieht und sie fesselnd macht.
Musik: 4 Sterne
Klang: 4 Sterne"
Jazzthing 6/05 : Uumen
"Ein 48-minütiger Parforce-Ritt durch apokalyptische Klanggewitter, die einem die Gänsehaut schauerweise über den Rücken jagen. Man sagt, das Kulturhaus in Amiens hätte Risse bekommen."
www.sound-and-image.de 5/05: Uumen
"Wer bisher geglaubt hat, es
gebe keine Steigerungen mehr auf Pohjonens Energieskala, der blase sich diesen
phänomenalen Konzertmitschnitt durch die Gehirnwindungen. Er wird überrascht
sein."
Rolling Stone 7/02:
"Hier mutiert die Quetschkommode durch Sampling zu einem schnarchenden
Untier, blubbert und keckert, schwelgt mal in russicher Melancholie
a la Rimski-Korsakoff, wurzelt sich durch orientalische Krumm-Metrik
oder singt in minimalistischer Pop-Dramatik ..."
Aus der Amazon.de-Redaktion
Einen Finnen wie diesen muss man gesehen haben. Kimmo Pohjonen hat
das Instrument Akkordeon gelernt und spielt es auch perfekt. Schon
mit seinem Debüt Kielo stellte er klar, dass seine Musik nicht
nur ein Abenteuer für die Ohren ist. Performance mit Lightshow,
Dampfnebel, Samplings -- live -- und heftiger Attitüde bescherten
dem Künstler Preise en masse und massiven Beifall auf der Weltmusikmesse
WOMEX.
Für den Nachfolger hat er sich, der als Gastmusiker auf ca.
70 Alben zu hören ist, mit dem Sampler und Percussionfreak
Samuli Kosminen zusammengetan. Ein paar Sounds blubbern zunächst
effekthascherisch durchs Hörzimmer, hin und wieder gibt sich
der Quetschmeister soundtüftlerisch, aber die Tour durch alle
möglichen Kanäle landet oft genug in Soundscapes, die
man nicht erwartet. Wohliges Plätschern zu Beginn mancher Tonspuren
täuscht -- wo doch der Meister nichts von Wellness hält.
Deutliche Bezüge zu Passagen der Hardrock-Ära der Siebziger
kommen auf, martialische Stimmen grunzen durch den Dschungel des
Virtuosen, der sowohl verspielt wie auch dämonisch wirkende
Register beherrscht und damit seine Hörer in einen erbarmungslos
fesselnden Sog bannt. Hard Folk nennt man das dann. - Uli Lemke
Blue Rhythm (06/02)
Von seinen finnischen Folk-Kollegen wird Kimmo Pohjonen ehrfürchtig
geschätzt, denn niemand unter ihnen hat den Mut zu so viel
Experiment. Auf seinem zweiten Album treibt der universelle Akkordeonist
seine Hardcore-Liebe zu Knöpfen, Tasten und Balg auf die Spitze:
Mit Hilfe des Sample-Architekten Samuli Kosminen mutiert die Quetschkommode
zu einer monströsen, schnarchenden Bestie, liefert durch Schichtungen
der Mechanikgeräusche einen Irrgarten aus Klickern, Tappen
und Blubbern und legt mit farzenden und keckernden Rhythmen die
Basis für Melodien voller Dramatik. Die klingen mal nach russischer
Melancholie, dann wieder nach balkanisch-orientalischer Krumm-Metrik
oder auch schlicht nach repetitivem Pop. Und das Kunststück
dabei: An keiner Stelle dominiert ein prätentiöses Konstrukt.
Mit unmerklichem Flow sind die Stücke in einem spannenden Bogen
verknüpft. - Stefan Franzen
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